Evaluation des Kölner Bildungsmodells - Schritt für Schritt zum Berufsabschluss

Seit 2014 hat das Kölner Bildungsmodell neunzig Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren zu einem vollen Berufsabschluss geführt. Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene, die einen Hauptschul- oder vergleichbaren Abschluss, jedoch keinen qualifizierten Berufsabschluss besitzen. Schritt für Schritt haben die Teilnehmenden über modulare Qualifizierung ihren Berufsabschluss erworben. Sie erzielten dabei im Durchschnitt bessere Ergebnisse als Menschen, die eine klassische Ausbildung absolvieren. Durch seine Flexibilität – also den modularen Aufbau und die Möglichkeit der Unterbrechung – kommt das Kölner Bildungsmodell der Bedarfslage der Zielgruppe entgegen. Nach dem Abschluss eines Moduls können die Teilnehmenden pausieren, weitere Module absolvieren oder sich mit der erworbenen Qualifikation einen Arbeitsplatz suchen. Nach Abschluss aller Module kann durch die Prüfung ein Berufsabschluss erworben werden.

Bis dahin durchlaufen die Teilnehmenden des Kölner Bildungsmodells drei Phasen: Die zweiwöchige Potenzialanalyse, die vierwöchige Eignungsfeststellung und schließlich die modulare Qualifizierung. Die vier bis zehn Module pro Ausbildung schließen jeweils mit der Verleihung eines Zertifikats der der Industrie- und Handelskammer zu Köln oder der Handwerkskammer zu Köln ab. Während der gesamten Zeit findet ein begleitendes Coaching statt.

Ziel der Evaluation war es, Erfolge sowie Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Die Zahlen dieser Evaluation liegen nun vor: Von den bis dahin 466 Teilnehmenden des Kölner Bildungsmodells befanden sich im April 2018 ein Drittel in der aktiven Qualifizierung. Den Übrigen stehen weitere Qualifizierungsmodule und gegebenenfalls die Externenprüfung offen. Von den 90 Teilnehmenden, die bis Ende April 2018 die Qualifizierung im Kölner Bildungsmodell durchlaufen haben und zur Prüfung gemeldet waren, haben 95 Prozent die Prüfung bestanden und dabei bessere Prüfungsergebnisse erzielt als reguläre Auszubildende in den jeweiligen Berufen.

„So profitieren alle Beteiligten: Auf der einen Seite gewinnen Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte; auf der anderen Seite erwerben An- und Ungelernte durch die modulare Qualifizierung Schritt für Schritt einen Berufsabschluss.“ erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

Und auch diejenigen, die aus der Qualifizierung vorübergehend oder dauerhaft ausgetreten sind, haben im Durchschnitt zwei Qualifizierungsmodule erfolgreich beendet. Sie haben damit Teilerfolge und Kammerzertifikate erreicht, die sie direkt auf dem Arbeitsmarkt und zu einem späteren Zeitpunkt für eine weitere Qualifizierung nutzen können.

Vorbild für andere Kommunen
Zu den guten Ergebnissen sagt Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln: „Das Kölner Bildungsmodell ist für Menschen, die unter bisherigen Bedingungen vermutlich nie einen Berufsabschluss erreicht hätten.

Es ist großartig, wie gut die Qualifizierung angenommen wird und wie erfolgreich die Teilnehmenden sind. Das Konzept hat sich in Köln bewährt und ist zum Vorbild für andere Kommunen in Deutschland geworden. Auch die Absolventen haben sich bewährt und großen Einsatz bewiesen, den künftige Arbeitgeber sicherlich zu schätzen wissen.“

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Aus- und Weiterbildung
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