DIHK-Ausbildungsumfrage: "Uns geht der Nachwuchs aus"

Der Anteil der Betriebe hierzulande, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können, hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf nunmehr 31 Prozent verdoppelt. Das geht aus der neuen Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Bundesweit haben sich 10.561 Unternehmen beteiligt

"Fast jeder zehnte Ausbildungsbetrieb hat noch nicht einmal eine einzige Bewerbung erhalten", schilderte DIHK-Präsident Schweitzer den Ernst der Lage. "Uns geht der Nachwuchs aus." Schon jetzt sei der Fachkräftemangel für jedes zweite Unternehmen ein Geschäftsrisiko. Schweitzer warnte, dies sei "eine gefährliche Entwicklung für die gesamte Gesellschaft", bedeuteten doch fehlende Fachkräfte weniger Wachstum und Wohlstand.

"Wir müssen deshalb mehr für unsere duale Ausbildung tun", mahnte der DIHK-Präsident. Dass sich zuletzt sowohl die G20-Staatschefs als auch die politischen Parteien in Deutschland vor der Bundestagswahl sehr positiv zur Beruflichen Bildung geäußert hätten, sei ermutigend. "Aber das reicht nicht." Die Diskussion über die Alternative Ausbildung oder Studium sei "falsch gestellt", sagte Schweitzer. "Entscheidend ist, welche Qualifikationen in den Betrieben und am Arbeitsmarkt in Zukunft gebraucht werden."

Auch Achim Dercks, stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführer, verwies in Berlin auf die Herausforderung, die die seit Jahren rückläufigen Bewerberzahlen in der Beruflichen Bildung für alle Beteiligten bedeuten – besonders in ländlichen Regionen. "Umso wichtiger ist eine enge Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort, um gemeinsam die vorhandenen Plätze zu besetzen", sagte er. So hätten in der aktuellen DIHK-Umfrage 86 Prozent der Betriebe angegeben, dass sie mit ihrer Berufsschule zufrieden oder sehr zufrieden seien.

Dercks: "Wir müssen diese Erfolgsgeschichte fortschreiben. Dazu gehört, immer nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen." Etwa wünschten sich knapp zwei Drittel der Betriebe eine noch intensivere Kommunikation mit den Berufsschulen. Weitere potenzielle Erfolgsfaktoren seien der regelmäßige Austausch über die Leistungen der Auszubildenden und die enge Zusammenarbeit bei der Ausbildung von lernschwächeren Jugendlichen und Flüchtlingen.

Und: Im Rahmen der Digitalisierungsstrategien von Bund und Ländern müssten die Berufsschulen einen besonderen Stellenwert einnehmen, forderte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Nur, wenn die Berufsschulen für die Digitalisierung gerüstet sind, sind die jungen Fachkräfte am Ende ihrer Ausbildung den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gewachsen."

Die Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage 2017 sind zum Download verfügbar.

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