Ausbildungsnachweise - jetzt auch digital! Welche Änderungen hat es gegeben?

In dem „Gesetz zum Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes“ verbirgt sich auch  eine (längst überfällige) Neuerung für die Regelungen zu den Ausbildungsnachweisen.

Was bedeuten die Änderungen konkret?
Nachdem zur Führung von Ausbildungsnachweisen bislang ausdrücklich „Schriftform“ verlangt worden ist, stellt es der Gesetzgeber nun den Vertragsparteien frei zu wählen, ob die Ausbildungsnachweise schriftlich oder elektronisch geführt werden sollen. Diese Vereinbarung ist für alle Berufsausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Oktober 2017 geschlossen werden, in den Ausbildungsvertrag aufzunehmen.

Was heißt in diesem Zusammenhang „elektronisch“?
Auch bisher wurden viele Ausbildungsnachweise mit Hilfe elektronischer Textverarbeitung geführt. Die Notwendigkeit der händischen Unterschrift ergab sich aus dem Wortlaut („schriftlich“) des § 14 Abs. 1 BBiG (a.F.) sowie der Definition der Schriftform in § 126 BGB.
Durch § 13 BBiG (n.F.) wird nun aber ausdrücklich neben der „Schriftform“ auch das „elektronische“ Führen legitimiert. Ein Ausdrucken der elektronisch geführten Ausbildungsnachweise ist somit „verzichtbar“.
Die Industrie- und Handelskammer zu Köln bietet seit September 2017 innerhalb des Portals „AusbildungOnline“ für Mitgliedsunternehmen eine kostenfreie und komfortable Möglichkeit der elektronischen Führung von Ausbildungsnachweisen.

Müssen die Ausbildungsnachweise nun überhaupt noch vorgelegt werden?
Ja! Der Zweck der Ausbildungsnachweise ist nach wie vor derselbe: Der wesentliche inhaltliche Ablauf der tatsächlich durchgeführten Ausbildung soll nachvollziehbar festgehalten werden. Es bleibt auch weiterhin bei der Pflicht der Auszubildenden, die Ausbildungsnachweise regelmäßig zu führen. Gleichsam haben Ausbilder_innen - trotz des Wegfalls der „Schriftform“- die Ausbildungsnachweise „regelmäßig durchzusehen“ und den Auszubildenden „Gelegenheit zu geben, den Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen.“

Zu guter Letzt sind die Ausbildungsnachweise eine der drei zu erfüllenden Zulassungskriterien zur Teilnahme an der Abschlussprüfung (vgl. § 43 Abs. 1 BBiG). Die IHK Köln überprüft die ordnungsgemäße Führung bereits mit dem Antrag auf Zulassung. Wer keine Ausbildungsnachweise führt, wird eine Zulassung zur Abschlussprüfung folglich nicht erreichen können. Eine erneute Vorlage der ausgedruckten Ausbildungsnachweise im Rahmen der mündlichen Prüfung ist nicht notwendig.

Wer kann mir weitere Fragen zu den Ausbildungsnachweisen beantworten?
Die IHK Köln hat einige Informationen zu Ausbildungsnachweisen zusammengestellt. Darüber hinaus stehen die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater über ausbildung@koeln.ihk.de oder +49 221 1640-6600 gerne für Fragen zu Verfügung.

Ansprechpartner

Carsten Berg
Aus- und Weiterbildung
Tel. 0221 1640-6060
Fax 6490
carsten.berg@koeln.ihk.de